Fahrkosten für Auto, Bus und Bahn

Sparmöglichkeiten und Alternativen

Fahrkosten entstehen täglich, immer wieder. Wenn wir uns auf den Weg zurArbeit, zur Schule oder zur Uni machen. Egal, ob wir mit dem Auto, dem Bus oder der Bahn fahren.

Nur wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, ist fein raus. Nicht nur, dass diese Fortbewegungsmittel kostenlos sind, Sie tun auch gleichzeitig etwas für Ihre Gesundheit.

Das Fahrrad

bildet deshalb die grosse Ausnahme. Nicht nur ökologisch, sondern auch aus finanzieller Sicht ist das Fahrrad unschlagbar.

Leider ist es nicht jedem möglich, sein Fahrrad als Transportmittel zu benutzen.

Was bleibt also übrig? Wir werden gefahren. Und müssen deshalb die Kosten dafür, also die Fahrkosten, in unserem monatlichen Budget einplanen.

Was alles gehört denn zu den Fahrkosten?

Das teuerste, aber auch des Deutschen Liebling ist das

AUTO

Zunächst entstehen Anschaffungskosten. Gehören Sie zu den Menschen, die fleissig viele Jahre lang sparen, um dann ein Auto beim Kauf in Bar bezahlen zu können? Glückwunsch! Damit befinden Sie sich nicht gerade in großer Gesellschaft.

Die meisten von uns kaufen ein Auto auf Kredit. Oder wir Leasen. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile.

Der Unterschied zwischen Leasing und Kredit ist kurz erklärt:

Beim Kredit wird der gesamte Kaufpreis finanziert. Am Ende der Laufzeit haben Sie die gesamte Summe bezahlt und das Auto gehört Ihnen.

Beim Leasing wird die Abnutzung finanziert. Das bedeutet, Sie bezahlen während der Nutzungsdauer monatlich den Betrag, den das Fahrzeug durch Benutzung an Wert verliert. Am Ende derLaufzeit des Leasingvertrages geben Sie das Fahrzeug zurück. Sie erwerben also zu keiner Zeit Eigentum, sondern bezahlen lediglich für die Nutzung des Fahrzeugs.

Trotzdem tragen Sie aber auch beim Leasing alle Folgekosten, wie z.B.

Kfz-Versicherung

Auch wenn Sie Ihr Auto keinen Meter bewegen (was zugegebener maßen nicht sehr realistisch ist, oder?), muss es versichert werden.

Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen Haftpflicht- und Voll- oder Teilkasko-Versicherung.

Während die Haftpflichtversicherung eine Pflichtversicherung ist, können Sie u.U. auf die Kasko-Versicherung verzichten. Eine Vollkasko-Versicherung ist nur bei Neuwagen sinnvoll, höchstens in den ersten 3 bis 4 Jahren.

Allerdings bestehen Leasinggesellschaften häufig darauf, dass der geleaste Wagen während der gesamten Vertragslaufzeit vollkasko versichert wird. Achten Sie also genau auf die Vertragsbedingungen.

Eine Teilkaskoversicherung macht auch Sinn, ist jedoch nicht Pflicht. Wenn Sie Kosten sparen müssen, wäre es eine Möglichkeit, auf diese Versicherung zu verzichten.

Die Versicherungsgesellschaften übertreffen sich gegenseitig, wenn es darum geht, ihre vermeintlich günstigen Prämien an den Mann resp. die Frau zu bringen.

Da die Laufzeit der Verträge immer am 1. Januar eines Jahres beginnt, geht das "Bäumchen-wechsel-dich-Spiel" im November los. Denn Ihre Versicherung können Sie nur zu diesem Zeitpunkt mit einer Frist von 1 Monat kündigen.

Also aufgepasst, und den Stichtag 30. November nicht verpasst! Es empfiehlt sich, rechtzeitig Angebote von verschiedenen Versicherern einzuholen.

Ein Vergleichsrechner bietet eine Übersicht über die aktuellen Konditionen der Kfz-Versicherer. Einmal Ihre Daten dort eingegeben, spuckt der Rechner eine Liste von Angeboten aus, aus der Sie sich dann die für Sie günstigste Versicherung heraus suchen können.

Nach einem Unfall oder bei einer Erhöhung der Prämie haben Sie ein Sonderkündigungsrecht.

Neutrale Informationen finden Sie auch beim Bund der Versicherten.

Kfz-Steuer

Ist ebenfalls jährlich fällig. Die Höhe ergibt sich aus dem Hubraum und der Schadstoff-Schlüsselnummer Ihres Fahrzeugs. Die befristete Steuerbefreiung für bestimmte Fahrzeuge mit Abgasnormen Euro 3 und Euro 4 galt bis 2005.

Der Co2 Grenzwert wurde für Fahrzeuge ab 1.1.2012 auf 110 g/km gesenkt. Das bedeutet, dass zuzüglich zum Sockelbetrag für jedes Gramm Schadstoff oberhalb der 110 g/km 2 EUR berechnet werden.

Deshalb rechnet es sich auf jeden Fall, beim Kauf eines Fahrzeugs auch nach der Schadstoff-Belastung auszuwählen.

Treibstoffkosten - Benzin und Diesel

Die Treibstoffkosten treiben uns allen die Tränen in die Augen.

Es gab Zeiten, in denen der Liter Benzin 1,40 DM kostete - was haben wir damals geschimpft!

Heute kommen damit nicht mehr aus - und das nicht nur, weil wir seit Jahren in Euro bezahlen.

Das bedeutet eine erhebliche Belastung unserer Haushaltskasse.

Wer sparen will oder muss, dem bleibt also nichts anderes übrig, als sich jede Fahrt mit dem Auto gut zu überlegen.

Ok, manchmal hat man wirklich die Wahl.

Und nicht jeder Weg muss aus Bequemlichkeit mit dem Auto gefahren werden.

Übrigens: auch unsere Kinder müssen nicht unbedingt immer mit dem Auto zur Schule gefahren werden. Es tut ihnen gut, zu laufen oder auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Allerdings werden die Kinder nur von der Notwendigkeit zu überzeugen sein, wenn die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen.

Aber was machen die Berufspendler, die Menschen, die einen weiten Weg zur Arbeit haben und keine öffentlichen Verkehrsmittel in der Nähe?

Ich lasse hier mit Absicht die Berufskraftfahrerund Geschäftsleute unberücksichtigt, denn die fahren meistens ein Firmenfahrzeug und müssen die Benzinkosten nicht aus ihrer privaten Tasche bezahlen.

Und alle anderen? Sie können natürlich versuchen, so spritsparend wie möglich zu fahren. Keine heißen Sprints an der Ampel, nicht die zulässige Höchst-geschwindigkeit ausnutzen, im laufenden Verkehr mitschwimmen, das sind so die üblichen Tipps, um die laufenden Fahrkosten zu senken.

Ich bin nicht sicher, ob sich diese Technik wirklich in Ihrer Haushaltskasse bemerkbar macht.

Also, es hilft nichts. Sie müssen in Ihrem Haushaltsplan einen festen Betrag für Benzinkosten vorsehen, und zwar so großzügig, dass Ihnen auch die nächste Benzinkostenerhöhung nichts ausmacht. Ich habe es mir zum Sport gemacht, möglichst nur dort zu tanken, wo die Preise gerade niedrig sind. In der Großstadt ist das kein Problem, da hier die Tankstellendichte erheblich ist und somit die Wege zwischen den Tankstellen meistens nur kurz sind.

Oder Sie müssen auf das Autofahren verzichten. Vielleicht nicht ganz, aber doch immer dann, wenn Sie das Auto nicht unbedingt wirklich dringend benötigen. Das würde natürlich auch unsere Umwelt entlasten.

Reparaturen und Wartung

Zum Glück sind bei den neueren Autos die Inspektions-Intervalle viel größer als noch vor einigen Jahren.

Sie sollten sich aber nicht verleiten lassen, ganz auf Inspektionen zu verzichten, um dieses Geld zu sparen. Ein gut gepflegtes und gewartetes Auto wird viel seltener, wenn überhaupt, zu überraschenden Reparaturen in die Werkstatt müssen. An dieser Stelle sparen, heisst also eventuell am Ende drauf zu zahlen.

Planen Sie einen festen Betrag in Ihrem Budget dafür ein. Am besten, Sie legen monatlich einen kleinen Betrag für Reparaturen und Inspektion zur Seite.

Vergessen Sie auch nicht, dass der Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen zweimal im Jahr fällig wird. Wer das nicht selber machen kann, und wer auch keinen Platz hat, die Reifen einzulagern, muss daran denken, dass dieser Posten zu den Fahrkosten gehört.

Beitrag Automobilclub

Sind Sie schon einmal auf der Autobahn oder mitten in der Nacht mit Ihrem Auto liegen geblieben?

Ich hatte vor vielen Jahren, damals noch mit meinem Käfer, einen Motorschaden auf der Autobahn. Hinten im Auto meine Tochter, damals ein Baby von wenigen Monaten.

Sie können sich sicher vorstellen, wie froh ich über die prompte Hilfe und das Abschleppen war!

Der "Gelbe Engel" brachte mein Auto nicht nur einfach bis zur nächsten Autobahnausfahrt (was er hätte tun können!), sondern er brachte mich mit meinem inzwischen hungrigen Baby zur Autobahnmeisterei. Dort konnte ich mein Kind versorgen, und mein Auto durfte dort stehenbleiben.

Seitdem bin ich Mitglied im Automobilclub. Diese Versicherung gehört zu denen, auf die ich nie verzichten würde, nur um meine Fahrkosten zu senken. Der Beitrag ist nicht sehr hoch, verglichen mit den Leistungen, die man jederzeit in Anspruch nehmen kann.

Bus- und Bahnfahren

Insbesondere für Familien mit Kindern, aber auch dann, wenn kein Auto vorhanden ist (was viiiel Geld spart!), müssen Sie mit den Fahrkosten für Bus- und Bahnfahrkarten rechnen.

Wer regelmässig fährt, wird sicherlich eine Monatskarte haben. Und für die gelegentlichen Fahrer ist eine bestimmte Summe im Haushaltsplan vorzusehen, deren Höhe sich nach den Preisen Ihres örtlichen Nahverkehrsunternehmen und Schätzungen über die geplanten Fahrten richtet.

Kilometerpauschale

Ihr Weg zur Arbeit wird steuerlich begünstigt.

Nicht nur, wenn Sie mit dem Auto fahren, sondern auch mit allen anderen Verkehrs- oder Transportmitteln, ja, sogar wenn Sie zu Fuß gehen - Sie haben Anspruch auf die sog. "Kilometerpauschale".

Sie war in den letzten beiden Jahren in Verruf geraten, weil vom Finanzamt nur die Entfernungen über 21 km berücksichtigtwurden.

Der BGH hat jedoch festgestellt, dass diese Regelung unzulässig war.

Nun kann wieder jeder die Kilometerpauschale steuersenkend in Anspruch nehmen. Für die Jahre 2007 und 2008 werden Rückzahlungen an alle diejenigen fällig, die in ihrer Steuererklärung Entfernungskilometerfür den Arbeitsweg geltend gemacht haben.


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